LigrettoSpielregeln & Wertung
2–12 Spieler · bis 99
Bei Ligretto legen alle gleichzeitig ab. Aufbau, „Ligretto Stop“ und die Wertung: ein Punkt je Karte in der Mitte, zwei Minuspunkte je Karte im Stapel.
Auf den Tisch: Eigenes Deck, 40 Karten je Spieler
Zählt zusammen, offline und ohne Konto.
Das Spiel in einem Absatz
Bei Ligretto hat jeder seinen eigenen Kartensatz, und alle spielen gleichzeitig, ohne Reihenfolge. In der Tischmitte entstehen Farbstapel von 1 bis 10, und jeder legt dort an, was er gerade offen vor sich hat. Wer als Erster die zehn Karten seines Ligretto-Stapels los ist, ruft „Ligretto Stop“ und beendet die Runde. Dann wird gezählt: Karten in der Mitte bringen Punkte, Karten, die noch im Ligretto-Stapel liegen, kosten doppelt so viele. Eine Schachtel reicht für zwei bis vier Leute, mit drei Schachteln spielen bis zu zwölf. Erfunden hat es Michael Michaels, erschienen ist es 1988, heute gibt es Ligretto bei Schmidt Spiele.
Aufbau
Eine Schachtel enthält vier Kartensätze zu je 40 Karten, zu unterscheiden an der Farbe des Ligretto-Schriftzugs auf der Rückseite. Jeder Satz hat die Zahlen 1 bis 10 in vier Farben. Jeder nimmt sich einen Satz und mischt ihn gut. Danach liegt vor jedem:
- Der Ligretto-Stapel: zehn Karten, offen gestapelt, nur die oberste ist zu sehen.
- Die Reihe: drei Karten offen nebeneinander, zu zweit fünf, zu dritt vier.
- Die Hand: der Rest des Satzes als verdeckter Stapel.
Die Tischmitte bleibt frei, dort entstehen die gemeinsamen Stapel.
So läuft eine Runde
Auf ein Zeichen legen alle los, gleichzeitig und durcheinander. Eine 1 darf jederzeit in die Mitte und eröffnet einen neuen Stapel. Auf eine liegende Karte passt die nächsthöhere derselben Farbe, bis die 10 den Stapel abschließt. Von jeder Farbe kann es mehrere Stapel zugleich geben, und jeder darf auf jeden Stapel legen.
In die Mitte darf, was an einer dieser drei Stellen offen liegt:
- Eine Karte aus der eigenen Reihe. Die Lücke darf sofort mit der obersten Karte des Ligretto-Stapels gefüllt werden.
- Die oberste Karte des Ligretto-Stapels.
- Die oberste Karte des eigenen Ablagestapels.
Den Ablagestapel füttert die Hand: Man dreht immer drei Handkarten zusammen um und legt sie offen darauf, spielbar ist nur die oberste. Passt sie, darf sie in die Mitte, und die darunter wird frei. Ist die Hand durch, nimmt man den Ablagestapel verdeckt auf, mischt kurz und dreht wieder zu dritt um.
Ligretto Stop
Wer die letzte Karte seines Ligretto-Stapels ablegt, ob in die Mitte oder in die Reihe, ruft „Ligretto Stop“, und die Runde ist sofort vorbei. Danach legt niemand mehr etwas.
Selten kann keiner mehr ablegen, weil die passenden Karten tief in den Ligretto-Stapeln stecken. Dann endet die Runde auch ohne Ruf, und gezählt wird, was bis dahin liegt.
Die Wertung
Die Karten aus der Mitte werden nach ihren Rückseiten sortiert, jeder bekommt seine zurück und zählt:
- Jede eigene Karte in der Mitte: ein Punkt.
- Jede Karte, die noch im Ligretto-Stapel liegt: zwei Minuspunkte.
- Karten in der Reihe und auf der Hand zählen nicht.
Ein Beispiel: 14 Karten in der Mitte und 3 im Stapel ergeben 14 − 6 = 8 Punkte. Wer wenig in die Mitte bringt und viel im Stapel behält, schreibt ein Minus an. Wer „Ligretto Stop“ gerufen hat, hat keine Minuspunkte.
Auf der Tafel kommen zuerst die Ligretto-Stapel dran: Wer gerufen hat, bleibt auf 0, bei allen anderen wird die Zahl der übrigen Karten eingestellt. Das geht, während die anderen noch die Mitte sortieren. Zwei leere Stapel nimmt die Tafel nicht an, gerufen hat nur einer. Danach kommt die Mitte, und die Punkte rechnet die Tafel selbst aus.
Wann die Partie endet
Gespielt wird Runde um Runde, die Punkte werden fortlaufend addiert. Verbreitet ist das Ziel 99: Hat nach einer Runde jemand 99 Punkte oder mehr, gewinnt der höchste Gesamtstand. Das muss nicht der sein, der zuerst über die Linie kam. Liegen zwei an der Spitze gleichauf, geht es weiter, bis einer allein vorn ist. Beim Anlegen der Partie sind auch 50 und 150 wählbar.
Das aktuelle Heft von Schmidt macht es anders: Der Tisch vereinbart vorher eine Zahl von Runden, danach gewinnt, wer die meisten Punkte hat, und bei Gleichstand teilen sich mehrere den Sieg. Auf der Tafel geht das über „Beenden“ und „Werten“ nach der letzten vereinbarten Runde.
Mehr Spieler und die Profi-Variante
Ligretto gibt es in Rot, Blau und Grün, jede Schachtel mit vier Kartensätzen in eigenen Rückseitenfarben. Die Schachteln lassen sich zusammenwerfen: Mit zwei spielen bis zu acht, mit dreien bis zu zwölf. So viele Namen nimmt auch die Tafel.
Für Geübte kennt das Heft eine Variante, in der die Reihe als Zwischenlager dient: Karten von der Hand oder vom Ligretto-Stapel dürfen auch auf die eigene Reihe, absteigend und so, dass zwei aufeinanderliegende Karten nie dieselbe Farbe haben. Damit lassen sich hohe Karten schnell vom Ligretto-Stapel holen. Wer die Reihe zu voll packt, blockiert allerdings die Lücken, die der Ligretto-Stapel füllen soll. An der Wertung ändert die Variante nichts.
Taktik in zwei Sätzen
Der Ligretto-Stapel geht vor: Jede Karte dort kostet am Ende zwei Punkte, jede in der Mitte bringt nur einen. Karten aus der Reihe lohnen doppelt, weil jede einen Punkt bringt und Platz für eine Karte vom Ligretto-Stapel macht.
Und jetzt anschreiben
Namen eintragen, Runden anschreiben — die Tafel rechnet, die Kurzregeln stehen daneben.
Ligretto anschreibenLigretto gibt es seit 1988, heute bei Schmidt Spiele.