MolotowSpielregeln & Wertung

3–6 Spieler · feste Rundenzahl

Molotow ist ein Jass ohne angesagten Trumpf, die erste abgeworfene Fremdfarbe entscheidet. Kartenwerte, Weis als Gutschrift, Match mit minus 157.

Auf den Tisch: Jassblatt, 36 Karten

Die Blätter im Vergleich

Molotow anschreiben

Zählt zusammen, offline und ohne Konto.

Das Spiel in einem Absatz

Molotow ist ein Jass ohne Ansage, bei dem jeder für sich spielt und Punkte schlecht sind: Was in den eigenen Stichen liegt, wird angeschrieben, und am Ende gewinnt, wer am wenigsten gesammelt hat. Der Reiz liegt im Trumpf — den gibt es nämlich erst, wenn ihn jemand unfreiwillig verrät.

Gespielt wird mit dem 36er-Jassblatt, zu dritt bis zu sechst. Zu dritt, viert und sechst geht das Blatt glatt auf; zu fünft nimmt der Tisch eine Sieben heraus — sie zählt nichts, an den 157 Punkten der Runde ändert sich nichts.

Trumpf entsteht im Spiel

Die Runde beginnt obenabe: kein Trumpf, die höchste Karte der angespielten Farbe gewinnt, Farbzwang gilt. So bleibt es, bis jemand nicht bedienen kann und eine Fremdfarbe abwirft — diese Farbe ist ab sofort und für den Rest der Runde Trumpf. Wer abwerfen muss, macht also unfreiwillig Trumpf: der Farbverrat, um den sich beim Molotow alles dreht.

Kann bis zum Schluss jeder bedienen, wird die ganze Runde obenabe gezählt.

Kartenwerte

Eine Runde hat immer 157 Punkte — die 152 der Karten plus 5 für den letzten Stich. Gezählt wird nach Jass-Art:

  • Obenabe (kein Trumpf gefallen): Ass 11, König 4, Ober 3, Under 2, Banner (Zehner) 10 — und jede Acht zählt 8.
  • Mit Trumpf: In der Trumpffarbe zählt der Under (Bauer) 20 und das Nell (die Neun) 14; die Achten zählen nichts mehr. Der Rest wie gehabt.

Beide Zählarten gehen auf 157 auf — nachzählen lohnt sich trotzdem, die Tafel erinnert daran, wenn die Summe zu niedrig aussieht.

Weis und Match

Weis ist beim Molotow etwas Gutes: Wer zu Beginn der Runde einen Weis in der Hand hat (drei Blatt, vier Gleiche und so weiter), bekommt die Weispunkte gutgeschrieben — auf der Tafel als Minus eingetragen. Ob und was geweist wird, regelt der Tisch; manche zählen auch Weis, der in den Stichen auftaucht, als Zuschlag für den Stichnehmer.

Wer alle Stiche einer Runde macht, hat das Match — und bekommt die Punkte nicht aufgebrummt, sondern gutgeschrieben: minus 157, an manchen Tischen minus 257. Das ist der eine Moment, in dem sich Stiche sammeln lohnt.

Runden und Ende

Gespielt wird eine feste Rundenzahl, üblich sind zwei bis vier Umgänge — also Vielfache der Spielerzahl, damit jeder gleich oft gibt. Zu viert etwa 8, 12 oder 16 Runden. Am Ende gewinnt, wer die wenigsten Punkte angeschrieben hat.

Anschreiben

In Vorarlberg wird traditionell in Zehnern notiert — aus 27 Punkten wird eine 3 auf dem Zettel. Die Tafel schreibt die vollen Punkte an, das ist genauer und rechnet sich am Ende von selbst; Minuswerte für Weis und Match nehmen die Eingabe über das ±.

Und jetzt anschreiben

Namen eintragen, Runden anschreiben — die Tafel rechnet, die Kurzregeln stehen daneben.

Molotow anschreiben

Siehe auch: Jassen

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