Die BlätterWelches Blatt für welches Spiel
Jasskarten, Schnapskarten, Pokerkarten: Vier Blätter liegen auf den Tischen zwischen Zürich und Wien, und nicht jedes Spiel geht mit jedem. Was sie unterscheidet, ist weniger die Zeichnung als der Umfang — welche Karten drin sind und welche fehlen.
Jassblatt
36 Karten, Sechs bis Ass
Schweizer Bild
- Eichel
- Schilten
- Rosen
- Schellen
Vorarlberger Bild
- Eichel
- Laub
- Herz
- Schellen
Französisches Bild
- Pik
- Herz
- Karo
- Kreuz
Das Blatt der Schweiz und Vorarlbergs: vier Farben zu je neun Karten, von der Sechs bis zum Ass, mit Under, Ober und König als Bildern — die Zehn heißt in der Schweiz Banner. Drei Bilder, ein Blatt: In der Deutschschweiz Eichel, Schilten, Rosen und Schellen. In Vorarlberg das einfachdeutsche Bild mit Eichel, Laub, Herz und Schellen, mit Trachten und Sagen des Landes auf den Karten. In der Westschweiz, in Basel, Graubünden, im Tessin und am Bodensee Pik, Herz, Karo und Kreuz. Gezählt wird auf allen gleich, 157 Punkte je Runde.
Wer die Sechser hat, hat ein Jassblatt. Ein Skatblatt ist deshalb keines: ihm fehlen genau die vier Karten. Und das Vorarlberger Bild ist trotz Laub und Herz kein deutsches Blatt — es hat die Sechser.
Auf der Tafel: Jassen, Differenzler, Molotow, Handjass, Coiffeur
Doppeldeutsches Blatt
33 Karten mit Weli, Schnapsen nimmt 20
- Eichel
- Laub
- Herz
- Schellen
Das Wirtshausblatt zwischen Bodensee und Wien, mit Wilhelm Tell und seinen Leuten auf den Bildkarten: Eichel, Laub, Herz und Schellen, Unter und Ober statt Bube und Dame. Zum Watten liegen 33 Karten auf dem Tisch, Sieben bis Ass plus der Weli — die Schellen-Sechs, die als Trumpf zu allem passt.
Schnapsen und Bauernschnapsen nehmen aus demselben Blatt nur zwanzig Karten: Ass, Zehn, König, Ober und Unter in jeder Farbe. Es ist dieselbe Farbfamilie wie das deutsche Blatt, nur ein anderes Bild — und mit Weli.
Auf der Tafel: Watten, Schnapsen, Bauernschnapsen, Herzeln
Deutsches Blatt
32 Karten, Sieben bis Ass
- Eichel
- Grün
- Herz
- Schellen
Eichel, Grün, Herz und Schellen, mit Unter und Ober statt Bube und Dame, das Ass heißt oft Sau. In Bayern als Bayerisches Bild für Schafkopf, im Osten Deutschlands als Sächsisches Bild für Skat — verschiedene Zeichnungen, dasselbe Blatt mit denselben 32 Karten.
Skat und Mau-Mau gehen mit dem deutschen wie mit dem französischen Blatt; Schafkopf und Herzeln sind ohne Ober und Unter kaum denkbar.
Französisches Blatt
52 Karten, Zwei bis Ass
- Pik
- Herz
- Karo
- Kreuz
Das Pokerblatt: Pik, Herz, Karo und Kreuz, Zwei bis Ass mit Bube, Dame und König, dazu meist zwei oder drei Joker in der Schachtel. Das Blatt der ganzen Welt — darum liegt es in fast jedem Haushalt, und darum stecken die anderen Blätter darin (siehe unten).
Rommé und Canasta brauchen zwei davon samt Jokern, Doppelkopf zweimal die Karten von Neun bis Ass, Hearts eines ganz. Skat und Mau-Mau nehmen Sieben bis Ass.
Auf der Tafel: Schnapsen, Bauernschnapsen, Doppelkopf, Skat, Rommé, Canasta, Hearts, Mau-Mau
Eigene Decks
Liegt in der Schachtel
Nur ein Pokerblatt am Tisch?
Das französische Blatt ist das größte, die anderen stecken darin. Wer sonst nichts hat, sortiert aus:
- Jassblatt: Zweier bis Fünfer heraus, es bleiben 36 — genau das französische Jassbild, wie es die Westschweiz spielt.
- Deutsches Blatt: Zweier bis Sechser heraus, es bleiben 32 für Skat, Schafkopf, Herzeln und Mau-Mau. Dame und Bube spielen Ober und Unter.
- Schnapsen: nur Ass, Zehn, König, Dame und Bube — 20 Karten.
- Watten: geht mit den 32 von Sieben bis Ass; der Weli fehlt, manche Tische erklären dafür eine Sechs dazu.
- Doppelkopf: aus zwei Blättern je Neun bis Ass, 48 Karten. Rommé und Canasta: zwei ganze Blätter samt Jokern.
Welches Blatt ein Spiel braucht, steht bei jedem Spiel unter „Regeln & Wertung“ und oben auf seiner Anleitung.